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Kultur und Geschichte des Dänischen Wohlds
Der nördliche Dänische Wohld scheint in der Jungsteinzeit
und Bronzezeit relativ dicht besiedelt gewesen zu sein. Es
gibt dafür zwei bemerkenswerte Hinweise.
- Die Hünengräber, davon allein bei Birkenmoor
48 Grabstätten dieser Art. Auch in den Nachbardörfern
befinden sich weitere Grabanlagen aus vorgeschichtlicher
Zeit.
- Es werden auch heute noch steinerne Werkzeuge und Waffen
aus der Jungsteinzeit gefunden. In den bekannten Museen
kann man diese Gegenstände bewundern. Aber auch private
Sammler haben zum Teil umfangreiche Bestände.
Man weiß nicht, wann unsere Urbevölkerung auswanderte
oder ausstarb. Es ist jedoch bekannt, dass zu Beginn unserer
Zeitrechnung unser Raum so gut wie unbesiedelt und menschenleer
war. Dieser Zustand blieb für den gesamten Dänischen
Wohld bis gegen Ende des 13. Jahrhunderts bestehen. Während
dieser Zeit bildete sich hier ein gewaltiger, dichter Urwald.
Die Holsten bezeichneten diesen Raum als Isarnho - Eisenwald.
Um 1250 wurde der Dänische Wohld vom dänischen König
zum Kronland erklärt, um Besitz- und Lehnsrechte der
Krone für die Zukunft sicherzustellen. Zugleich stellte
sich das Königtum zusammen mit dem Rittertum an die Spitze
der Siedlungsbestrebungen, mit dem ziel, diese lange Zeit
ungenutzten Gebiete der Kultur zu erschließen.
Im 13. Jahrhundert ergab sich für den kaum besiedelten
Dänischen Wohld eine folgenreiche Veränderung. 1260
ging das Kronland durch Pfandschuld an die holsteinischen
Grafen Johann und Gerhard über, die es 1288 ganz erwarben.
1313 verzichtete der Dänenkönig endgültig auf
alle seine Ansprüche. Die holsteinischen Herzöge
vergaben die Ländereien holsteinischen und deutschen
Rittern als Lehen, die ihrerseits viele Bauern, Knechte und
Handwerker als Ansiedler mitbrachten.
Im Dänischen Wohld entstanden nun umfangreiche geschlossene
Grundherrschaften. Sie wurden mit Privilegien ausgestattet,
die es dem Adel ermöglichten, zum Träger der wirtschaftlichen,
sozialen und geistigen Entwicklung zu werden. Die Mittelpunkte
bildeten die Herrenhäuser mit den Höfen. Die Siedlerdörfer
mit ihren Hufen- und Katenstellen innerhalb ihrer Gebiete
wurden mitsamt ihren Bewohnern den Grundherrschaften eingegliedert.
Es kann gesagt werden, dass im 16. Jahrhundert die Besiedlung
unseres Raumes vorläufig abgeschlossen war.
Viele Ort- und flurnamen erinnern noch heute daran, dass
die Ansiedler der damaligen Zeit in mühseliger Arbeit
dem Isarnho Stück für Stück entreißen
mußten. Zum Beispiel: Stubbendorf, Birkenmoor, Kuhholzberg
und Hohenhain.
Als eines der ältesten Güter ist Dänisch Nienhof
zu nennen. Die Urkunden berichten zuerst 1486 davon. Damals
hieß es noch Nienhave (Neuhof) und befand sich zu dem
genanntem Zeitpunkt im Besitz der Familie von der Wisch. Bald
darauf wechselte aber der Besitz auf die bekannte Adelsfamilie
von Ahlefeld über, denen auch das kleinere Gut Grönwohld
gehörte.
Von 1630 bis 1645 war Dänisch-Nienhof im Besitz Otto
von Blomes und blieb bis 1738 im Blomschen Familienbesitz.
Danach wurde es von der Familie von Oertzen erworben, einschließlich
des Meierhofes Birkenmoor, die damit einen besonders großen
Güterkomplex vereinte. 1758 wechselte der Besitz erneut.
Kammerherr von Revenfeldt erwarb Dänisch-Nienhof. Bis
Ende des 18. Jahrhunderts gehörte ihm das Gut.
Aus: 50 Jahre Birkenmoor. Birkenmoorer
Dorfchronik, Verfasserin Renate Schnoor. Unter Mitarbeit von
Karl Abel und Willi Brandenburg, 1981
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